Auf unserer Website können technisch erforderliche Cookies eingesetzt werden.
Nähere Informationen hierzu finden Sie in unseren Datenschutzhinweisen.

OK
AWO Kreisverband Köln e. V. | Rubensstraße 7-13, 50676 Köln | Telefon: 0221 20 40 7-0 | E-Mail:
Presse & Neuigkeiten / Kinder, Jugend und Familie / OGS Grundschule / GGS Braunsfeld

< zurück

Inklusionsbegleitung während der Corona Pandemie - Das geht nicht? Von wegen!

Ein „Insider Bericht“ von einer Inklusionsbegleiterin der AWO Köln aus dem Fachbereich Inklusive Schulkinderbetreuung

Als Inklusionsbegleiterin und Inklusionsbegleiter unterstützen wir natürlich nur aus der Ferne, aber trotzdem hautnah. Online Plattformen wie Skype, Zoom oder Team Viewer machen's möglich und bringen uns trotz der Krise zusammen.

Dabei stehen wir in diesen Zeiten vor ganz neuen Herausforderungen. Natürlich wollen wir unseren Schützlingen auch weiterhin mit Rat und Tat zur Seite stehen. Aber wie? Für gewöhnlich drücken alle Kinder ja gemeinsam die Schulbank. In Isolationstagen wie diesen bereiten die Klassenlehrer stattdessen für all ihre Schüler Wochenaufgaben vor, die sie in Heimarbeit lösen können. Und wir? Wir sind natürlich auch zu Hause. Nichtsdestotrotz benötigen die Kids weiterhin unsere Hilfe.

Internet sei Dank gibt es da einige Ansätze und Möglichkeiten, die wir für uns entdeckt, nutzbar gemacht und auf uns zugeschnitten haben, um weiterhin für unsere Kleinen da zu sein. Via Skype und Zoom oder Teamviewer (um gemeinsam Aufgaben am PC zu bearbeiten wie z.B. gemeinsam eine Geschichte schreiben) treten wir deshalb fast täglich mit ihnen in Kontakt. Unsere Kids nehmen das Ganze überwiegend begeistert auf. Denn wir sind eine willkommene Abwechslung, selbst wenn sie dafür mit uns Aufgaben für die Schule bearbeiten müssen.

Wichtig ist uns aber, auch weiterhin auf die ganz individuellen Bedürfnisse unserer Schützlinge einzugehen. So helfen wir ihnen nicht nur beim Lösen der von den Lehrern gestellten Wochenaufgaben, sondern erarbeiten gesonderte Förderpläne um Defizite aufzuarbeiten oder Stärken zu fördern. Das Erstellen eigener Arbeitsblätter, Lesen üben, das Einmaleins oder Geschichten schreiben gehören genauso dazu wie Englischaufgaben und Vokabelabfrage. 

Auch der kontinuierliche Kontakt zu den Eltern, sowie der Austausch mit den Lehrerinnen und Lehrer ist dabei sehr wichtig.

Um einen Einblick in unsere spezielle Arbeit zu bekommen haben wir einige Kolleginnen und Kollegen um eine kleine Stellungnahme gebeten:

„Ich begleite eine blinde Schülerin und meine Aufgabe ist weiterhin, wie auch in der Schule, ihre Unterrichtsmaterialien vorzubereiten und Aufgabenstellungen, die mir von den Lehrerinnen und Lehrern geschickt werden, am Computer für meine Schülerin lesbar umzuschreiben. Sie arbeitet und lernt an einem speziell für sie ausgerichteten Laptop und ich gehe die Aufgaben regelmäßig mit ihr via Skype durch. Durch die Sprachsteuerung des Iphones, eine Sonderfunktion für blinde Menschen, werden der Schülerin Whatsapp Nachrichten vorgelesen. Antworten verschickt sie entweder schriftlich, ebenfalls mit Hilfe der Sprachsteuerung oder via Audionachricht. *Emma, IB in der 5ten Klasse

„Mein Kind hat zu Beginn der dritten Klasse oft im Unterricht gefehlt und deshalb alle Unterrichtsstunden verpasst, in denen das Geschichte schreiben gelernt wurde. Jetzt skype ich jeden zweiten Tag mit ihm und schreibe unter den jeweils wichtigen Gesichtspunkten die unterschiedlichsten Geschichten – mehr Adjektive, wörtliche Rede etc. Via TeamViewer kann ich dafür auf seinen PC zugreifen, sodass wir beide gleichzeitig im selben Dokument arbeiten können. Das ist einfach genial.“ *Tim, IB in der 3ten Klasse

„Unser Klassenlehrer hält regelmäßig virtuelle Klassentreffen über Zoom ab, an denen fast alle Kinder teilnehmen. Auch ich bin dabei und bleibe somit nicht nur mit meinem Kind in Kontakt, sondern bekomme deshalb auch immer mit, wie es all den anderen Kindern ergeht. Für die Kleinen ist das super, die ihre Klassenkameraden so lange schon nicht mehr sehen konnte.“ *Paul, IB in der 6ten Klasse

„Mein Kind nimmt den Onlinekontakt gar nicht gut auf. Versucht haben wir es und die Unterstützung der Eltern ist groß, aber online komme ich nicht zu ihr durch. Deshalb schnüre ich wöchentlich kleine Materialpakete, die ich ihr persönlich vorbeibringe und vor die Haustür lege. Anschließend unterhalten wir uns noch eine Weile. Sie auf ihrem Balkon und ich auf der Straße. In diesen Zeiten ist eben Kreativität gefragt, um mit den Kleinen in Kontakt zu bleiben.“ *Andy, IB in der 4ten Klasse

Auch, wenn wir aktuell alle vor ganz besonderen Herausforderungen stehen, so haben wir uns doch zu Recht gefunden in einer so schwierigen Zeit und vielfältige Möglichkeiten erarbeitet, unsere Schützlinge bestmöglich zu unterstützen.

Im normalen Schulbetrieb wäre eine so spezielle Sonderförderung gar nicht möglich und so hat die Krise (zumindest teilweise) doch noch etwas Gutes.