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"Bei uns musste keiner alleine sterben"; Elisabeth Römisch im Interview

„In diesem Jahr sind wir hier an unsere Grenzen gestoßen. Wir sind in den AWO-Pflegeheimen Theo-Burauen-Haus und Arnold-Overzier-Haus ans Sterben gewöhnt. Das gehört hier zum Leben dazu. Aber eine solche Ohnmacht haben wir noch nie erlebt. Wir haben alles in unserer Kraft stehende getan, um unser Haus und die Bewohner zu schützen. Unser Team hat großartig gearbeitet, alle haben auf private Kontakte verzichtet. Die erste Welle haben wir unbeschadet überstanden. Und dann ist das Virus in der zweiten Welle dann doch irgendwie eingedrungen. Wir hatten sowohl in unserem Haus in Ehrenfeld als auch in der Südstadt Ausbrüche und haben am Ende dann doch Bewohner an Corona verloren. Das ist wie eine Niederlage, die einen emotional unendlich mitnimmt. Dabei gibt es auch in diesem so unglaublich anstrengenden Jahr auch Positives: Das grenzenlose Vertrauen unserer Bewohner, die uns immer wieder gesagt haben: „Ihr macht das schon. Wir haben keine Angst.“ Diese Wertschätzung und Gelassenheit - selbst als das Virus schon im Haus war - das hat einen unglaublich berührt. Genauso wie die Unterstützung durch die Kölner: Von den vielen kleinen Draußen-Konzerten für die Bewohner, bis zu Eis-Spenden im Sommer und Vitaminpräparaten zur Stärkung der Immunabwehr der Bewohner jetzt im Winter. Wir waren keine einsame Insel, sondern sind in Kontakt mit dem Veedel. Auch 2020 ist bei uns - selbst als die Heime im 1. Lockdown komplett abgeschottet waren - keiner alleine gestorben. Ich fand es eine große Tragik, dass in der Pandemie in Deutschland Menschen sterben mussten, ohne dass jemand ihre Hand hält. Das haben wir - selbst bei Covid-Fällen - immer ermöglicht. Ich kann mir keine Situation denken, die rechtfertigt, das zu verweigern. Diesem Anspruch sind wir treu geblieben.“

Das Interview des Kölner Stadt-Anzeigers finden Sie unter folgendem Link:

https://www.ksta.de/koeln/wir-haben-koelner-gefragt-was-war-gut-an-diesem-verdammten-jahr-2020--37875062