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Über die AWO / Die AWO Köln

Die AWO Köln

Der Arbeiterwohlfahrt Kreisverband Köln e. V. gehört zu den sechs Spitzenverbänden der Freien Wohlfahrtspflege in Deutschland. Aufgrund seiner Geschichte und seines gesellschaftspolitischen Selbstverständnisses ist er ein Wohlfahrtsverband mit besonderer Prägung.

In ihm haben sich Frauen und Männer als Mitglieder und als ehren- und hauptamtlich Tätige zusammengefunden, um in unserer Gesellschaft bei der Bewältigung sozialer Probleme und Aufgaben mitzuwirken und um den demokratischen, sozialen Rechtsstaat zu verwirklichen.

Leitsätze und Leitbild sind Grundlage für das Handeln in der Arbeiterwohlfahrt. Sie kennzeichnen Ziele, Aufgabenverständnis und Methoden der Arbeit. Mit dem Grundsatzprogramm legt die AWO ihre programmatische Ausrichtung fest.

Die AWO Köln bietet seit 1926 ein breites Spektrum an professionellen Dienstleistungen mit hoher Qualität in verschiedenen Bereichen der sozialen Arbeit an -  von   Kindertagesstätten, Schulkinderbetreuung in Grundschulen und der Sekundarstufe I, Schulsozialarbeit, Ferienbetreuung, Jugendeinrichtungen, Streetwork, Jugendgerichtshilfe, Interventionsprogrammen für Kinder, Jugendliche und Erwachsene, JobBörsen, Bildung und Ehrenamt bis hin zu Seniorenzentren, häuslicher Pflege, betreutem Wohnen, Seniorenreisen und Seniorennetzwerken – die Angebote der AWO Köln orientieren sich unmittelbar und direkt an den Bedürfnissen und Interessen der Menschen in ihren jeweiligen Lebenslagen -  der Mensch steht im Mittelpunkt.

Der AWO Kreisverband Köln ist ein eingetragener Verein. Er ist als gemeinnützig anerkannt. Alle wirtschaftlichen Tätigkeiten in den verschiedenen Geschäftsfeldern erfolgen im Verein und sind nicht in andere Organisationsformen ausgegliedert. Der Verein wird geleitet vom Kreisvorstand, dem 15 Personen angehören. Höchstes Organ ist die Kreiskonferenz, die regelmäßig alle vier Jahre durchgeführt wird.

Mitglieder im AWO Kreisverband Köln sind die 16 AWO Ortsvereine in Köln, die bis auf den AWO Ortsverein Porz e. V. alle rechtlich unselbständig sind. Hier sind über 2.000 Menschen Mitglied der Arbeiterwohlfahrt. Daneben gibt es noch eine Reihe von Korporativen Mitgliedern.

Auf den folgenden Seiten erfahren Sie mehr über den Kreisvorstand, die Ortsvereine und die Korporativen Mitglieder. Daneben können Sie sich ein Bild machen von der Satzung der Kölner AWO und Mitglied werden.

Die Geschichte der Kölner AWO

Auszüge aus der Festschrift „Die Wiedergeburt der AWO aus ihren Traditionen – 1947 – 1997“ von Franz Irsfeld

Am Ende des 1. wie des 2. Weltkrieges standen die AWO-Mitglieder uneigennützig bereit, Not und Elend abzuwenden, zu lindern, elementare Bedürfnisse nach Wohnung, Essen, Kleidung, so gut es irgend möglich war und in ihren extrem bescheidenen Kräften stand, zu befriedigen. Köln spielte in der beeindruckenden Geschichte der Arbeiterwohlfahrt von Anbeginn an eine herausragende Rolle.

In den letzten Kriegsmonaten des ersten Weltkrieges trat die AWO mit Maßnahmen ins Licht der Geschichte, die in den Notlagen der Zeit zum Überleben notwendig waren: Suppenküchen und Notunterkünfte.

Erst einige Jahre später kann die bisher in Köln tätige, die Wohlfahrtsarbeit organisierende Marie Juchacz den Parteivorstand der SPD in Berlin für die offizielle Gründung einer reichsweiten Wohlfahrtsorganisation gewinnen. Nach Anfängen und dem „Probelauf“ in Köln entsteht so 1919 in Berlin die Arbeiterwohlfahrt. Zum eingetragenen Verein wird die AWO in Köln erst sehr viel später, am 04.05.1926.

Nach der Machtergreifung der Nazis 1933 wird die Arbeiterwohlfahrt verboten und aufgelöst. Viele Mitglieder werden von den Nazis verfolgt, im KZ misshandelt und umgebracht.

Wenige Monate nach Kriegsende 1945 trafen sich Menschen, die die Verheerung und Zerstörung der 12 Jahre Hitler-Diktatur und Nazi-Terror überlebt hatten, um die Wiederaufnahme einer Arbeit zu beschließen, die notwendig war wie vielleicht noch nie in der deutschen Geschichte. Es ist sicher kein Zufall, wenn auch bei der Wiederbegründung der Arbeiterwohlfahrt nach dem zweiten Weltkrieg ein Kölner führend war.

Mit Robert Görlinger, der schon in den Jahren der Weimarer Republik bis zum Verbot der Arbeiterwohlfahrt 1933 für diese tätig war, erhält ein Mann vom Parteivorstand der SPD in Hannover den Auftrag zum „reichsweiten“ Aufbau, der die AWO bestens kennt und in der vom Krieg fast tödlich getroffenen Stadt Köln ihre Notwendigkeit und ihre Möglichkeiten genau einzuschätzen weiß.

Robert Görlinger, am 05.05.1945 von den Engländern aus dem KZ Sachsenhausen befreit, war seit Anfang Juli 1945 wieder in Köln. Sofort setzte er sich für die Wiederbegründung von SPD und AWO ein. Am 01.10.1945 wurde er in die Kölner Stadtverordneten-Versammlung berufen, ab 13.10.1946 war er gewähltes Ratsmitglied (bis zu seinem Tode im Februar 1954) und bis 1950 Vorsitzender der Ratsfraktion der SPD. 1949 und 1953 war er zum Mitglied des Bundestages gewählt worden. 1948 und 1950 war er Oberbürgermeister der Stadt, jeweils im Wechsel mit dem CDU-Kandidaten Schwering.

Wie kein anderer steht Robert Görlinger sowohl für die Kontinuität der Arbeit der Arbeiterwohlfahrt über alle Jahre der Weimarer Republik und die Jahre der Verfolgung hinweg, er verkörperte auch, nicht zuletzt durch seine Funktionen als Geschäftsführer der AWO und Sekretär der Ratsfraktion der SPD, die weltanschauliche Herkunft und die ideellen Bindungen der AWO zur organisierten Arbeiterbewegung.

Von 1948 bis zu seiner Wahl als Kölner Oberbürgermeister 1956 prägte ein weiterer bedeutender Kölner als Geschäftsführer die Arbeiterwohlfahrt, Theo Burauen. Er trat im Alter von 20 Jahren in die SPD ein. Nach kaufmännischer Lehre arbeitete er ab 1928 bis zum Verbot der SPD im Jahr 1933 als Lohnbuchhalter und ab 1932 als Vertriebsleiter bei der sozialdemokratischen Rheinischen Zeitung.

Nach dem Zweiten Weltkrieg zog Burauen 1946 erstmals in den Kölner Stadtrat ein, dem er insgesamt 27 Jahre angehörte. Als die SPD 1956 mit 46 % die Kommunalwahlen gewann, wählte der neue Stadtrat – mit zwei Stimmen der FDP – Theo Burauen zum Oberbürgermeister. Von diesem Amt trat er erst 17 Jahre später im Jahr 1973 zurück. Vor seinem Rücktritt hatte der Rat am 20. Dezember 1973 beschlossen, ihn zum Ehrenbürger von Köln zu ernennen.

Burauen gilt vielen - auch aufgrund seiner Sozialpolitik - als der populärste und volksnaheste Kölner Bürgermeister des 20. Jahrhunderts, der im Stadtrat stets auf überfraktionelle Harmonie, auf die von ihm so genannte "Kölnische Fraktion", gesetzt hatte. In seine Amtszeit fielen u. a. der Wiederaufbau des Rathauses, der Neubau des Opernhauses, des Wallraf-Richartz-Museums und der Sporthochschule. Außerdem wurden die Severins- und Zoobrücke als neue Rheinübergänge errichtet. Eng verbunden mit dem Namen Burauen ist auch der Ausbau der Kölner Messe zu einem Unternehmen von Weltruf. Das AWO Seniorenzentrum Theo-Burauen-Haus trägt mit Stolz seinen Namen.

Heute können sich viele die Schwierigkeiten der Anfangsjahre, die Verzweiflung, das Elend, die Not, den Schmerz, sicher auch die Wut über die unfassbaren Zerstörungen nach dem 2. Weltkrieg nicht mehr vorstellen. Die Frauen wie Jenny Werner, die Männer wie Robert Görlinger, Theo Burauen und Arnold Overzier standen vor ungeheuren Aufgaben. Nicht die Resignation, sondern die Tradition und das Selbstverständnis der AWO obsiegte, gegen die Verzweiflung die Hilfe zu setzen, Solidarität einzufordern und zu geben. In dieser Tradition steht die Kölner AWO noch heute. Beispielsweise im AWO Seniorenzentrum Arnold-Overzier-Haus.