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Ambulante & Stationäre Pflege / Veedel für alle - Türkische Beratung für Senioren / Demenz und Migration

Demenz und Migration - Häusliche Unterstützung für Menschen mit Demenz aus dem Herkunftsland Türkei

In den vergangenen Jahren sind die Unterstützungsdienste BAUSTEIN und Veedel für Alle / Semtimiz Ehrenfeld immer stärker zusammen gewachsen.

Durch die Kooperation der beiden Dienste und den muttersprachlichen Zugang durch den türkischsprachigen Beratungsdienst, haben sich zunehmend türkischstämmige Familien auch bei BAUSTEIN gemeldet und häusliche Betreuung für ihre Angehörigen mit Demenz in ihrer Muttersprache angefragt. Zudem zeigte sich häufig in den intensiven Beratungsgesprächen der Veedel-Koordinatorin bei den ratsuchenden Familien vor Ort, dass neben dem ursprünglichen Anliegen bei vielen Klientinnen und Klienten auch eine beginnende oder fortgeschrittene Demenz vorzuliegen schien.

Fehlende kultursensible Entlastungsangebote zur Weitervermittlung veranlassten die Koordinatorinnen im Jahr 2013 eine gemeinsame Schulungsreihe zu „Demenz und Migration“ zu konzipieren, die sich ausschließlich an zweisprachige Helferinnen und Helfer türkischer Herkunft richtete und Aspekte der Kommunikation und Biographiearbeit etc. kultursensibel aufgriff.

Das große Interesse daran und der zunehmend größerer Bedarf an kultursensibel ausgerichteten Betreuungs- und Entlastungsangeboten für Menschen mit Demenz und ihrer pflegenden Angehörigen veranlassten die Koordinatorinnen von BAUSTEIN und Veedel den Arbeitsschwerpunkt unter dem Oberbegriff „Demenz und Migration“ als Gemeinschaftsprojekt weiter auszubauen und verschiedene Angebote zu etablieren.

/// Ankündigung ///

Ab dem 28. Juni 2016 startet die Betreuungsgruppe „Buluşma Saati – Zeit der Begegnung“ für Menschen mit Demenz türkischer Herkunft - das bisher einzige Angebot seiner Art in Köln.

Betreuungsgruppe „Buluşma Saati – Zeit der Begegnung“

Die Betreuungsgruppe „Buluşma Saati – Zeit der Begegnung“ ist ein Angebot für Menschen mit Demenz türkischer Herkunft.

Jeder Mensch hat seine eigene Biographie und damit einhergehend eine andere Sprache, Kultur und Geschichte, die diesen Menschen auszeichnet und Erinnerungen birgt. An diese Erinnerungen möchten wir anknüpfen. Denn die Erinnerungen von Menschen mit Demenz gehen im Laufe der Erkrankung in ihre Kindheit, Jugend und frühen Erwachsenenzeit zurück. Der Verlust der deutschen Sprache, insbesondere bei Menschen mit Migrationsgeschichte, kommt erschwerend hinzu. Ob türkische Gesellschaftsspiele, gemeinsames Singen oder das Zubereiten eines türkischen Mokkas oder Tees: Es sollen alle Sinne spielerisch angesprochen und ressourcenorientiert aktiviert werden.

Die pflegenden Angehörigen können diese freie Zeit für sich nutzen, in dem Wissen und Vertrauen, dass qualifizierte zweisprachige ehrenamtliche Helferinnen und Helfer sich um ihre Angehörigen mit Demenz kümmern.

Das Angebot findet seinen Auftakt am Dienstag, den 28. Juni 2016 und wird anschließend jeden 2. und 4. Dienstag im Monat von 14.00-16.00 Uhr im wunderschön gelegenen Pavillon des AWO Seniorenzentrums Theo-Burauen-Haus stattfinden.

Wenn Interesse an einer Teilnahme besteht, sollen sich die Angehörigen bitte für ein erforderliches Vorabgespräch bei der Koordinatorin Bagnu Yazici von „Veedel für Alle“ melden. Ohne Vorabgespräch ist eine Teilnahme der Angehörigen mit Demenz aus organisatorischen Gründen leider nicht möglich.

Qualifizierungskurs

Im letzten Quartal 2017 wird ein kostenloser 40-stündiger zweisprachiger Qualifizierungskurs für Ehrenamtliche türkischer Herkunft nach § 45b angeboten.

Unser speziell konzipiertes Schulungsmodul, welches auf die Bedürfnisse der Menschen mit Demenz türkischer Herkunft angepasst wurde, greift in der Biographiearbeit u.a. die Migrationsgeschichte der sogenannten „Gastarbeitergeneration“ auf, die einen wichtigen Einschnitt im Leben dieser Menschen bedeutet und somit ein unverzichtbarer Inhalt unserer Schulungsreihe darstellt.

Es wird den Teilnehmerinnen und Teilnehmern darüber hinaus im Rahmen der Erinnerungspflege typische kulturspezifische Beschäftigungs- und Aktivierungsmöglichkeiten vermittelt, die sie in ihrer späteren ehrenamtlichen Tätigkeit als Begleiterinnen und Begleiter von Menschen mit Demenz gewinnbringend einsetzen können.

Auch das Thema der Kommunikation, wie Mimik, Gestik, Art des Humors etc., die typisch für die türkische Kultur ist, ist neben der Vermittlung des Krankheitsbildes „Demenz“, die Situation der pflegenden Angehörigen sowie Leistungen und Entlastungsmöglichkeiten, die die Pflegeversicherung bietet, ein weiterer wichtiger Bestandteil unseres Kurses.

Bei Interesse an unserer Qualifizierungsschulung melden Sie sich bitte bei den Koordinatorinnen, die Ihnen gerne weitere Informationen geben werden.

Ehrenfelder Demenznetz

2015 gründeten die Koordinatorinnen von BAUSTEIN und Veedel für Alle das „Ehrenfelder Demenznetz für Menschen mit Zuwanderungsgeschichte“. Die Koordinatorinnen haben verschiedene externe Teilnehmer aus verschiedenen Arbeitsfeldern der Demenz und Migration in Köln akquiriert und an einen Tisch gebracht.

Das Demenznetz trifft sich regelmäßig und diskutiert die Umsetzung von bedarfsgerechten kultursensibel ausgerichteten Angeboten für Menschen mit Demenz türkischer Herkunft und plant darüber hinaus Infoveranstaltungen für die Zielgruppe, um die Menschen frühzeitiger erreichen zu können. Des Weiteren fungieren die Partnerinnen und Partner auf Grund ihrer Expertise auf diesem Gebiet und auf Grund von Sprachkenntnissen als weitere Ansprechpersonen für Menschen mit Demenz und deren Angehörige.

Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend fördert und unterstützt unser Demenznetz im Rahmen der „Lokalen Allianzen für Menschen mit Demenz“ für eine Projektlaufzeit von zwei Jahren.

Schulung pflegender Angehöriger

Die Diagnose Demenz verändert nicht nur die Welt der Betroffenen, sondern auch die der Angehörigen, deren Leben sich auf den Kopf stellt. Angst vor der Zukunft, Unwissenheit über die Erkrankung, finanzielle Schwierigkeiten, das Gefühl mit dieser Situation alleine zu sein und ein Angehöriger, den man von Tag zu Tag nicht mehr wieder erkennt, um nur einige Punkte zu nennen, lähmen die meisten in der Anfangsphase der Diagnose und manchmal auch darüber hinaus.

Mit unserem Schulungskurs für pflegende Angehörige türkischer Herkunft wollen wir diesen Gefühlen und Ängsten frühzeitig entgegenwirken und ihnen in ihrer Muttersprache Kenntnisse über das Krankheitsbild, die Leistungen der Pflegeversicherung, Entlastungsmöglichkeiten und die Art der Kommunikation mit dem Betroffenen vermitteln. Hier haben Sie auch die Möglichkeit, andere Familien kennen zu lernen, die in der gleichen Situation sind.

Unser erster Schulungskurs wird in Kooperation mit der Alzheimer NRW am Freitag, den 7.Juli und Samstag, den 8.Juli in türkischer Sprache angeboten. Interessierte sollen sich für ein Vorabgespräch bei den Koordinatorinnen der Dienste BAUSTEIN und Veedel für Alle melden und informieren. Eine vorherige Anmeldung für den kostenlosen Schulungskurs ist erforderlich, da nur eine begrenzte Anzahl an Plätzen zur Verfügung steht. Für die Teilnehmer wird ein Zertifikat ausgestellt. Bei Bedarf wird eine parallele Betreuung für die Angehörigen mit Demenz angeboten, so dass Sie sich darum keine Gedanken machen müssen. Sprechen Sie uns nur frühzeitig an. Egal mit welchem Problem! Wir helfen Ihnen gerne weiter.

Ihre Ansprechpartnerin

EL_Römisch Elisabeth Römisch
Leiterin des Fachbereichs Pflege
Peter-Bauer-Straße 2
50823 Köln
Telefon: 0221 / 5733-201
Telefax: 0221 / 5733-205
E-Mail:

Ihre Ansprechpartnerin

Bagnu Yazici
Koordinatorin
Peter-Bauer-Straße 2
50823 Köln
Telefon: 0221 / 5733-215
Telefax: 0221 / 5733-205
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Demenz+Migration